Zur Startseite

Tätigkeitsbericht 2001


Trennen

Übersicht / Versorgungsforschung

Zur Startseite

Wir über uns

Mitarbeiter

Aktuelles

Tätigkeitsberich 2001 - Übersicht

ältere Tätigkeitsberiche

Laufende Projekte

Linkliste

Stellenangebote











Trennen


Versorgungsforschung

S. Häfner, H. Kordy, H. Kächele

Zentrales Anliegen der Versorgungsforschung an der FS ist die Erfassung des Bedarfs und die Optimierung der psychosozialen Behandlungsmöglichkeiten für die Bevölkerung. Forschungsstrategisch werden einerseits in der DKV-Studie die Verhältnisse in der Regelversorgung in einem naturalistischen Design untersucht, andererseits in den Projekten zu den Berufspendlern und Müttern mit einer postpartalen Depression der Bedarf bei unter- bzw. fehlversorgten Bevölkerungsgruppen erfasst, um gegebenfalls gezielt Interventionsprogramme anbieten zu können.
Versorgungsepidemiologische Untersuchungen bedingen einen erheblichen organisatorischen Aufwand, um die Probanden bzw. Patienten und niedergelassenen Therapeuten zur kontinuierlichen Mitarbeit zu motivieren, um damit eine hohe Teilnahmequote mit geringen Drop-out- und Verweigererraten im longitudinalen Verlauf zu erreichen. In der DKV-Studie haben sich hierfür besonders die sehr gut besuchten Therapeutenforen in Stuttgart und Köln bewährt.
Für die Berufspendlerstudie konnte zunächst als Kooperationspartner die Deutsche Bahn AG mit dem Bahnhofsmanagement in Stuttgart und Ulm gewonnen werden. Für eine hohe Rücklaufquote war hier eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit in Form von Pressegesprächen, Zeitungsberichten und Interviews in der lokalen und überregionalen Presse sowie bei den öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern unabdingbar, um durch das große Medieninteresse eine hohe Akzeptanz der Untersuchung bei den Bahnpendlern zu erzielen. Im Projekt Postpartale Depression hat sich die Kooperation mit dem Marienhospital Stuttgart und niedergelassenen Hebammenpraxen bewährt und wird für die Langzeitbeobachtung mit dem LIFE-Modul mit dem Kompetenznetz Depression fortgesetzt. Die gute Verankung bei lokalen und überregionalen Kooperations-partnern stellt eine Voraussetzung für die Etablierung neuer Kooperationen dar.







nach oben
Trennen

Berufsmobilität und psychosoziale Versorgung - ist berufliches Pendeln mit seelischer Gesundheit vereinbar?

Management & Planung: Epidemiologie
S. Häfner, H. Kordy, H. Kächele

Moderne Menschen und Organisationen sollen flexibel, leistungsstark und vor allem mobil sein. Immer mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sehen sich mit beruflichen Mobilitätserfordernissen konfrontiert. Diese Anforderungen müssen in einer Gesellschaft, die immer mobiler wird, in das berufliche und private Leben integriert werden.
Neben Umzugsmobilen, Wochenendpendlern (Shuttles), Varimobilen und Fernbeziehungen (Living Apart Together - LATs) sind es vor allem die Fernpendler, die lange Anfahrtswege zur Arbeit in Kauf nehmen, um den gemeinsamen Wohnort des Paares oder der Familie zu erhalten. Fernpendler weisen somit eine hohe Bindung an ihre Familie und Heimatregion auf. In aller Regel erfolgt das Pendeln täglich, wobei die Fahrzeit für die einfache Wegstrecke mindestens 45 Minuten beträgt. Je jünger die Arbeitnehmer sind, je höher der Bildungsabschluss und je kleiner der Haushalt ist, desto mobiler sind sie. Mobilität bringt aber nicht wenige psychische und physische Belastungen mit sich. Ob Pendeln Vorzüge mit sich bringt, ist bislang kaum Gegenstand von Untersuchungen gewesen. Vielmehr nehmen psychosoziale Störungen zu, gravierende Gesundheitsprobleme und frühe Erwerbsunfähigkeit stellen sich häufiger und früher ein. Es stellt sich somit die Frage, mit welchen psychosozialen Angeboten dieser benachteiligten Gruppe geholfen werden kann.







nach oben
Trennen

Psychosozialer Versorgungsbedarf und Inanspruchnahmeverhalten bei Bahnpendlern

Management & Planung: Epidemiologie
S. Häfner, V. Schulmann, A. Catina, H. Kordy, H. Kächele

Die Studie befasst sich mit der Frage, welchen Belastungen Bahnpendler, vor allem Fernpendler (Arbeitsweg über 45 Minuten in einer Richtung), ausgesetzt sind, und inwiefern sie das medizinische Versorgungssystem, insbesondere psychosoziale Beratung, in Anspruch nehmen können.
In Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn AG wurde in der Zeit von Mai bis Juli 2001 neun Wochen lang an einem Aktionsstand an den Hauptbahnhöfen in Stuttgart und Ulm Bahnpendlern ein kostenloses Beratungsangebot, verbunden mit einer Blutdruck- und Pulsmessung, unterbreitet. Die Pendler wurden gebeten, den an der FS neu entwickelten Pendlerfragebogen auszufüllen, der neben der Wahl der Verkehrsmittel, der zeitlichen Dauer und den Gründen für das Pendeln auch die subjektive Erlebensweise erfasst. Darüber hinaus füllten die Berufspendler den Fragebogen zum Ergebnis von Psychotherapie (EB-45), den Gießener Beschwerdebogen (GBB-24, Kurzform) sowie den Fragebogen zur Lebenszufriedenheit (FLZ) aus.
Die Aktion stieß auf großes Interesse, so dass 637 Bahnpendler an der Untersuchung teilnahmen. Die vorläufige Datenauswertung ergab als Gründe für das Fernpendeln in erster Linie die bessere Lebensqualität und die soziale Anbindung am Wohnort sowie hohe Mietpreise am Arbeitsort. Vor allem männliche Fernpendler unterlassen oder verschieben notwendige Arztbesuche und würden sich eine medizinische Behandlungseinheit im Zug wünschen. Frauen können notwendige Behandlungen allenfalls zu Randzeiten morgens oder abends einplanen.
Somit scheinen insbesondere Fernpendler eine unterversorgte Gruppe im Hinblick auf die Inanspruchnahme von psychosozialen Beratungsangeboten und Psychotherapie darzustellen, so dass für diese Gruppe spezielle Beratungs- und Behandlungsangebote direkt in den Betrieben (in Zusammenarbeit mit den Betriebsärzten), an Bahnhöfen oder in Zügen sinnvoll erscheinen.







nach oben
Trennen

Vor- und Nachbehandlung bei Patienten einer integriert arbeitenden internistischen Akutklinik

Management & Planung: Evaluation
S. Häfner in Zusammenarbeit mit R. Schäfert, J. Röhm, A. Spiess, W. Beischer, H. Wedler (Bürgerhospital Stuttgart)

Die Evaluationsstudie untersucht, wie sich eine internistische Klinik mit einer integrierten psychosomatischen Versorgung in das Versorgungsnetz für psychisch erkrankte Patienten einer Großstadt im Vergleich zu einer nach herkömmlichem Konzept arbeitenden Klinik einfügt. Insbesondere wird der Frage nachgegangen, ob die Patienten unterschiedliche Empfehlungen hinsichtlich der ambulanten Weiterbehandlung erhalten und wie sich die Behandlungsansätze auf das Outcome der Patienten auswirken.
Innerhalb eines neunmonatigen Untersuchungszeitraums von Juli 2000 bis März 2001 wurden bei allen stationär aufgenommenen Patienten der Zuweisungsmodus, Vorbehandlungen, Krankschreibungen und Krankenhaustage, somatische und psychosomatische Diagnosen, eingesetzte Behandlungsverfahren und die psychotherapeutische Weiterbehandlung erfasst. In einer postalischen Katamnese sechs Monate nach der Klinikentlassung wurden erneute Krankenhausaufenthalte und Krankschreibungen im Intervall, die Umsetzbarkeit der Therapieempfehlung sowie die Behandlungszufriedenheit erfragt. Bei Aufnahme und Entlassung erfolgte ein Rating des Beeinträchtigungs-Schwere-Score nach Schepank (BSS); bei Aufnahme und zum Katamnesezeitpunkt füllten die Patienten den SCL-90-R aus.
Die Untersuchung fand insgesamt eine gute Akzeptanz bei den Patienten, so dass 1.896 Studienteilnehmer rekrutiert werden konnten bei einer aktiven Verweigerungsrate unter 10 %. Der Rücklauf der versandten Katamnesefragebögen ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt (November 2001) noch nicht abgeschlossen. Vorläufige Datenauswertungen zeigen, dass etwa die Hälfte der Patienten mit psychischen Auffälligkeiten im letzten Jahr und zwei Drittel dieser Patienten in den letzten vier Wochen vor der Aufnahme keine fachspezifische Hilfe gesucht haben.









nach oben
Trennen

LIFE-Modul für affektive Erkrankungen in Zusammenarbeit mit dem Kompetenznetz Depression

Managment & Planung: Evaluation
C. L. v. Ballestrem, M. Strauß, S. Häfner, H. Kächele in Zusammenarbeit mit dem Kompetenznetz Depression

Die Longitudinale Intervall Follow-up Evaluation (LIFE) ist ein Interview-Verfahren für die Langzeitbeobachtung von psychischen Erkrankungen. Sie orientiert sich am DSM-IV. Bereits in der MZ-ESS hat sich dieses Verfahren bei der Katamnese von Essstörungen bewährt. Für die Langzeitbeobachtung von Patienten mit affektiven Erkrankungen wurde ein spezielles Modul in Zusammenarbeit mit dem Kompetenznetz Depression (München) auf deutsch zusammengestellt. Es orientiert sich an der amerikanischen Originalversion von Keller und Nielson aus dem Jahr 1989.
Eine wichtige Ergänzung zur amerikanischen Version ist die gesonderte Beobachtung von minoren Depressionen basierend auf den Forschungskriterien des DSM-IV, die zunehmend Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen sind. Eine Veröffentlichung im Hogrefe-Verlag ist in Planung.
Das Projekt wird von der Dr. Nelly-Hahne Stiftung unterstützt.










nach oben
Trennen

Langzeitbeobachtung von postpartal depressiv verstimmten Müttern mit dem LIFE

Methodik & Technik: Evaluation
M. Strauß, C. L. v. Ballestrem, S. Häfner, H. Kächele

Bei postpartalen Depressionen werden des öfteren Symptomverläufe beobachtet, die beschwerdefreie Episoden aufweisen. Durch ein Screening kurz nach der Geburt ist es deshalb nicht immer möglich, zu unterscheiden, ob es sich bei einem auffälligen Screeningwert um eine depressive Verstimmung handelt, die nach wenigen Wochen wieder abklingt, oder um den Beginn einer depressiven Erkrankung, die sich erst im weiteren Verlauf in ihrer klinischen Ausprägung zeigt.
Bei einem größeren Screening an 772 Müttern mit der Edinburgh Postnatalen Depressions Skala (EPDS) konnten 132 Mütter beobachtet werden, die einen auffälligen Screeningwert (> 9.5) im zweiten Monat nach der Geburt zeigten. Bei einer zweiten Screening-Untersuchung im dritten Monat nach der Geburt zeigte sich, dass 104 von diesen 132 Müttern einen unauffälligen Screeningwert aufwiesen. Der weitere Verlauf wurde über einen Zeitraum von ein bis drei Jahre beobachtet. Dafür wurde die Longitudinale Intervall Follow-up Evaluation (LIFE) nach Keller und Nielson in der deutschen Übersetzung verwendet. Die LIFE-Evaluation ist ein Interview-Verfahren für die Langzeitbeobachtung von psychischen Erkrankungen. Sie orientiert sich am DSM-IV.
Von 104 Müttern wurden 41 in die Untersuchung einbezogen. Von diesen 41 Müttern zeigten 13 (32 %) im weiteren Verlauf eine depressive Erkrankung nach DSM-IV (minore Depression, majore Depression, manische Depression). Drei Mütter (7 %) wiesen eine depressive Verstimmung auf, die nach dem DSM-IV nicht einklassifizierbar war. 25 Frauen (61 %) zeigten im weiteren Verlauf keine depressiven Symptome.
Eine depressive Verstimmung kommt bei zahlreichen Müttern im Wochenbett vor. Bei etwa einem Drittel dieser Frauen entwickelt sich im weiteren Verlauf eine depressive Erkrankung. Die restlichen zwei Drittel zeigen keine oder nur geringfügige depressive Symptome.
Das Projekt wird von der Dr. Nelly-Hahne Stiftung und der Stiftung für Bildung und Behindertenförderung unterstützt.










nach oben
Trennen

Soziale Unterstützung und Bindungsmuster bei Müttern mit und ohne postpartale Depression

Methodik & Technik: Evaluation
C. L. v. Ballestrem, M. Strauß, S. Häfner, H. Kächele

Psychosoziale Faktoren spielen als ursächliche und aufrechterhaltende Faktoren bei affektiven Störungen eine besondere Rolle. Bei postpartalen Depressionen wird die Rolle der sozialen Unterstützung durch die primären Kontaktpersonen immer wieder diskutiert. Auch Bindungsmuster spielen für Entstehung und Aufrechterhaltung von depressiven Erkrankungen eine Rolle. Oft wird bei depressiven Personen in Untersuchungen eine erhöhte Anzahl von unsicheren Bindungsmustern beobachtet. Es ist geplant, 100 Mütter zu untersuchen: 50 Mütter mit depressiven Verstimmungen oder Erkrankungen in den ersten drei Monaten nach der Geburt, 50 Frauen ohne solche Beschwerden als Kontrollgruppe. Bis jetzt konnten 25 Mütter aus jeder Gruppe in die Untersuchung einbezogen werden. Für die Beschreibung der wahrgenommenen und erlebten sozialen Unterstützung wurde die Kurzform des Fragebogens zur sozialen Unterstützung (SOZU-K22) von Fydrich und Sommer verwendet. Mütter ohne depressive Beschwerden nach der Geburt erleben mehr soziale Unterstützung von ihrer primären Sozialgruppe als Mütter mit solchen Beschwerden. Für die Untersuchung der Bindungsmuster wurde der Bielefelder Fragebogen für Partnerschaftserwartungen (BFPE) von Höger und Buschkämper verwendet. Dieser unterscheidet 5 verschiedene Bindungstypen: 2 sichere Bindungstypen und 3 verschiedene unsichere. In der Gruppe der Mütter mit depressiven Symptomen zeigte sich, dass 44 % (11 Frauen) ein sicheres Bindungsmuster aufwiesen. In der Kontrollgruppe waren es 68 % (17 Frauen). Ein unsicheres Bindungsmuster ließ sich in der Gruppe der depressiven Mütter bei 56 % (14 Frauen) beobachten, hingegen in der Kontrollgruppe nur bei 32 % (8 Frauen).
Das Projekt wird von der Dr. Nelly-Hahne Stiftung unterstützt









nach oben
Trennen

Transparenz und Ergebnisorientierung in der ambulanten Psychotherapie (TRANS-OP): Gesundheitskosten ambulanter Psychotherapiepatienten

Management und Planung: Evaluation
S. Kraft, B. Puschner, H. Kordy

Vor dem Hintergrund der Kostenprobleme im Gesundheitswesen stellt sich die Frage, ob Psychotherapie neben ihrer klinischen Effektivität auch einen ökonomischen Nutzen aufweist.
Im Rahmen der Studie TRANS-OP ist eine genaue Erfassung der Gesundheitsausgaben jedes Studienteilnehmers über die Versicherungsunterlagen bei der DKV möglich.
Eine Analyse der bisher vorliegenden Daten zeigt, dass die Gesundheitsausgaben der Versicherten bis zu dem Entschluss, eine Psychotherapie durchzuführen, rapide ansteigen. Drei Jahre vor der ersten Anfrage nach Psychotherapie bei der DKV betragen die durchschnittlichen Kosten € 2.133,99 pro Patient; im Jahr vor der ersten Anfrage bereits € 5.677,00 (+ 166 %). Patienten über 45 Jahre weisen dabei im Jahr vor der ersten Anfrage im Durchschnitt wesentlich höhere Kosten (€ 6.922,64) auf als jüngere Versicherte (€ 4.751,19).
Patienten mit körperlicher Symptomatik von Krankheitswert (Summenwert GBB-24 > 22) zum Zeitpunkt der ersten Anfrage haben im Mittel 1,5 mal höhere Gesundheitsausgaben (€ 6.743,53) im Jahr vor der ersten Anfrage als Patienten mit geringeren körperlichen Beschwerden (€ 4.521,61). Dieser Befund bleibt auch erhalten, wenn man das Alter kontrolliert. Zudem besteht ein geringer Zusammenhang zwischen psychischer Befindlichkeit (SCL-90-R, GSI) der Patienten (r = .10) - v.a. ihrer Somatisierungstendenz (r = .19) - und den Kosten für die in Anspruch genommenen Gesundheitsleistungen im o.g. Zeitraum.









nach oben
Trennen

© Forschungsstelle für Psychotherapie, 2000-2002; Impressum
letzte Aktualisierung: Januar 2002