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Europäischer Forschungsverbund COST Action B6: Effectiveness and Efficiency of Psychotherapeutic Treatment of Eating Disorders at European Centres

Methodik & Technik: Evaluation
H. Kordy, M. Richard

Seit 1994 koordiniert die FS den europäischen Forschungsverbund COST Action B6, an dem Wissenschaftler aus 19 europäischen Ländern beteiligt sind. Die Zusammenarbeit wird von der EU im Rahmen des COST-Programms gefördert. Nach Verlängerung der Förderung um ein halbes Jahr wird die (formelle) Zusammenarbeit im Winter 2001 enden. Dementsprechend standen im Berichtsjahr die statistischen Analysen der gemeinsam zusammengetragenen Daten und die Vorbereitung von Publikationen im Mittelpunkt.
Insgesamt liegen von 4780 Patientinnen aus 15 Ländern umfassende Angaben zur Symptomatik bei Behandlungsbeginn vor. Davon sind 31% Anorexien (AN), 47% Bulimien (BN) und 19% Eßstörungen, die entweder die Kriterien für beide Diagnosen voll (4%) oder für keine der beiden (15%) vollständig erfüllen (EDNOS). Gemäß des Studienplans erhielten diese Patientinnen die in dem jeweiligen Behandlungszentrum routinemäßig durchgeführte Behandlung unterschiedlicher Art, Intensität und Dauer. Von 1750 Patientinnen sind vollständige Angaben auch zu Behandlungsende verfügbar. Zum Katamnesezeitpunkt 1 Jahr nach dem Behandlungsbeginn konnten 2123 Patienten erreicht werden. Vollständige Angaben liegen von 1834 Patientinnen vor.
Die Koordination der statistischen Auswertung und die Durchführung von großen Teilen der Analyse wurde den Vertretern der FS übertragen. Die vorläufigen Ergebnisse wurden auf Treffen der Gesamtgruppe in Lyon (März 2000), Lissabon (Juni 2000) und Barcelona (Oktober 2000) vorgestellt und diskutiert. Weiter wurde eine Publikationsstrategie vereinbart.
Zum Abschluß der Zusammenarbeit organisiert Action B6 einen internationalen Kongress "The European perspective on eating disorders: aetiology, epidemiology, treatment effectiveness", Rom, 15.-16. Feb. 2001. Hierzu laden der zu Ende gehende Forschungsverbund und die beiden aus ihm hervorgegangenen neuen Netzwerke "Healthy Eating: Biological and psychosocial factors of eating disorders" und "Epidemiology of eating disorders" gemeinsam ein.








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COST Action B6: Die Effektivität der Behandlungen

Methodik & Technik: Evaluation
M. Richard, H. Kordy

Die zentrale Frage der Forschungskooperation richtete sich auf die Effektivität der Behandlung in der klinischen Routine in den beteiligten Ländern. Als Erfolgskriterium wurde eine leichte Modifikation des Kriterium der MZ-ESS vereinbart (die Modifikation war nötig, da nicht exakt die gleichen Daten verfügbar waren), d.h. es wurde die weitgehende Freiheit von Eßstörungssymptomen verlangt.
Die Erfolgsraten lagen bei 30% für die AN und 33% für BN (EDNOS: 25%). Differenzierte Analysen zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Ländern bzw. Behandlungszentren: Besonders – positiv – auffällig waren die Erfolgsraten in Holland. Die Erfolgsraten bei AN werden moderiert durch das anfängliche Untergewicht in Kombination mit der Behandlungsdauer. Eine längere Behandlungsdauer war in einigen Zentren/Ländern auch bei niedrigem Anfangsgewicht mit höheren Erfolgschancen verbunden. Auch bei BN stellte sich – bei einigen Zentren/Ländern – ein Zusammenhang zwischen Behandlungsdauer und Erfolgsrate heraus: Länger behandelte Patientinnen haben eine größere Chance auf Erfolg zum Therapieende.
Die Ergebnisse sprechen dafür, daß die beobachteten Unterschiede in den Erfolgsraten weniger auf spezielle klinische Patienteneigenschaften als auf die spezifischen Behandlungsstrategien der einzelnen Zentren zurückzuführen sind. Der höhere Erfolg bei längerer Behandlung von AN erklärt sich daraus, daß die Reduktion des Untergewichtes eine wesentliche Teilkomponente des Erfolgskriteriums ist. Der starke Zusammenhang zwischen Dauer und Erfolg bei BN in Holland legt die Vermutung nahe, daß die Behandlung gemäß des Ansprechens oder der Motivation der Patienten verlängert oder verkürzt wurde.









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COST Action B6: Die Ergebnisse der 1-Jahres-Katamnese

Methodik & Technik: Evaluation
M. Richard, H. Kordy

Die Erfolgsraten zur 1-Jahres-Katamnese lagen etwas höher als zum Ende der Behandlung. Sie liegen für Anorexie (AN) bei 38% und für Bulimie (BN) bei 40%. Aufgrund der unterschiedlichen Vorgehensweisen der Datenerhebung handelt es sich hier jedoch nicht um ausschließlich dieselben Patienten wie zum Ende der Behandlung, so daß der direkte Vergleich nicht möglich ist.
Die Analysen der Erfolgsraten verwiesen – wie schon bei der Analyse zum Entlassungszeitpunkt – ebenfalls auf Unterschiede zwischen den Behandlungszentren aus den beteiligten Ländern. Für die AN war kein Zusammenhang der Erfolgsraten mit den Behandlungsparametern (Dauer, Setting) zu erkennen. Ein höheres Anfangsgewicht und höheres Wunschgewicht waren mit besseren Erfolgschancen verbunden, ebenso verwiesen eine geringere psychische Belastung (SCL-90-R) und ein niedriges Alter auf eine positive Prognose. Diese Zusammenhänge fallen für die unterschiedlichen Zentren/Länder jeweils etwas unterschiedlich aus.
Bei BN zeigten Patienten, die in Tageskliniken behandelt wurden, größere Erfolge als Patienten anderer Behandlungssettings. Ein höheres Maß an Symptomatik und Chronifizierung (mehr Symptome zu Behandlungsbeginn, höhere Anzahl an Eßattacken und Diäten, höherer SCL-90-R und höheres Alter) waren mit niedrigeren Erfolgsaussichten verbunden. Auch hier ist ein deutlicher Einfluß der verschiedenen Zentren/Länder zu beobachten.
Da nicht jede Einrichtung über das Angebot einer Tagesklinik und zugleich stationärer Behandlung verfügte, können die höheren Erfolgschancen bei Behandlung in einer Tagesklinik auch durch andere Unterschiede zwischen den behandelnden Einrichtungen erklärt werden. Um den speziellen Effekt der Behandlungssettings zu vergleichen, wäre eine Untersuchung nötig, die beide Modalitäten am gleichen Ort anbietet.









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Europäisches Konsortium "Optimising service provision for individuals with mental disorders through quality management and outcome management"

Management & Planung: Evaluation
H. Kordy

Auf Initiative der FS hatte sich 1999 ein Konsortium mit Mitgliedern aus 7 europäischen Ländern (D, CH, F, NL, P, S, GB) zur Untersuchung des oben genannten Themas gebildet. Ein Antrag auf Förderung im Rahmen des 5. Rahmenprogramms der EU war im ersten Anlauf nicht erfolgreich. Anderen Themen aus dem Bereich "Public Health" war eine höhere Priorität zuerkannt worden.
Das Konsortium ist nach wie vor von der Wichtigkeit des Vorhabens und den Synergien aus einer engen Zusammenarbeit überzeugt. Da die Qualität des Antrags durchaus auch positiv eingeschätzt wurde, hat sich das Konsortium zu einem zweiten Versuch entschieden. Ein überarbeiteter Antrag – insbesondere wurde durch das Ausscheiden der schwedischen Partner und den Neueintritt einer tschechischen Arbeitsgruppe ein Schwerpunkt "Angststörungen" ergänzt – wurde im Oktober fristgemäß eingereicht. Die Entscheidung wird für Ende Februar erwartet.
Aufgrund der Erfahrungen im Hinblick auf die Prioritäten der Förderung im Bereich "Public Health" verstärkten die Partner im Konsortium die bilaterale Zusammenarbeit. So ist die FS offizieller Partner der Arbeitsgruppe um Prof. Pellet und Prof. Lang (CHU, St. Etienne, F), die ein multizentrisches Projekt zur Implementation eines Monitoringsystems für die Behandlung schizophrener Patienten koordiniert. An diesem Projekt, das von der französischen Regierung gefördert wird, nehmen 8 Fachkliniken aus dem Südosten Frankreichs teil. Die FS adaptiert die in Stuttgart entwickelte spezielle Software "AKQUASI" für diesen Zweck und berät die französischen Kollegen bei der praktischen Umsetzung. Ebenso wird die Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe von Prof. Treasure und Prof. Schmidt vom Institute of Psychiatry, London, verstärkt. Nach der positiven Erfahrung mit einer eßstörungsspezifischen Version von AKQUASI wurde jetzt die Adaptation des allgemeinen Ansatzes, wie er von der FS in Deutschland eingesetzt wird, für das Maudsley Hospital London verabredet.









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Outcome monitoring in psychotherapy: tools, techniques, strategies. Eine deutsch-amerikanische Forschungskooperation

Methodik & Technik: Evaluation
H. Kordy, M. Richard, W. Hannöver, R. Percevic, B. Puschner, S. Bauer

Das Kooperationsprojekt zwischen der FS und der Arbeitsgruppe von Michael Lambert (Brigham Young University, Utah) wird seit 1999 vom Deutsch-Amerikanischen Akademischen Konzil gefördert. Die Hauptziele der Zusammenarbeit liegen in der gemeinsamen Entwicklung und Erprobung von psychometrischen Instrumenten, Bewertungsstrategien sowie Informations- und Kommunikationstechnologie und –organisationsformen für ein kontinuierliches Ergebnismonitoring und Ergebnismanagement.
Die Adaptation des von Lambert und Mitarbeitern entwickelten Ergebnisfragebogens für die Psychotherapie (EB-45) wurde abgeschlossen und zur Veröffentlichung angenommen. Aufgrund seiner mit 45 Items relativen Kürze bietet sich der EB-45 besonders für die Erhebung im Therapieverlauf an. Die erfolgreiche Erprobung in der Panoroma Fachklinik unterstreicht dies. Bei den Forschungsaufenthalten von H. Kordy und R. Percevic an der BYU stand daher der Austausch über Konzepte und Verfahren zur Rückmeldung solcher Verlaufsbeobachtungen an die Therapeuten im Mittelpunkt. Eine Veröffentlichung "Ergebnismonitoring: Was bringen Zwischenerhebungen?" wurde skizziert. Darüber hinaus bot sich R. Percevic während seines mehrwöchigen Aufenthaltes an der BYU die Gelegenheit, Daten der BYU-Studien zum Effekt von Rückmeldungen während laufender Therapien und zum Effekt wiederholter Messungen ohne therapeutische Intervention mit survivalanalytischen Methoden zu untersuchen. Eine Veröffentlichung der Ergebnisse wurde während des anschließenden Besuches von M. Lambert und N. Hansen vorbereitet.
Die FS nutzte die Anwesenheit von M. Lambert und N. Hansen und lud einen kleinen Kreis interessierter Fachkollegen aus Deutschland und Europa zu einem Stuttgart Kolleg ein (s. dort).









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© Forschungsstelle für Psychotherapie, 2000-2002; Impressum
letzte Aktualisierung: Januar 2002