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Das Jahr 2000 war ein gutes Jahr für die FS. Die Verlagerung
des Forschungsschwerpunktes von der Untersuchung der Effektivität der Behandlung von
Eßstörungen (MZ-ESS), die über 10 Jahre die Arbeit der FS wesentlich bestimmt
hat, zu Qualitätssicherung und Ergebnismonitoring ist gelungen. Das neue Forschungsfeld
"Versorgungsepidemiologie" setzt mit der Vorbereitung einer Studie zur Gesundheit von
Pendlern einen weiteren Akzent.
Die Auswertung der MZ-ESS kam zügig voran. Die große Stichprobe und der umfangreiche
Datensatz erlaubten eine differenzierte Antwort auf die Hauptfragestellung der Studie. Die
Ergebnisse wurden erweitert und reflektiert durch ähnliche Analysen der Daten der
europäischen Verbundstudie COST Action B6, die ca. um 2 Jahre zeitversetzt zur MZ-ESS
von der FS koordiniert wird (bis Ende 2001).
Weiter etabliert hat sich das Stuttgart-Heidelberger Modell zum Qualitätsmanagement
(QM) in der Psychotherapie und Psychosomatik. Dies bestätigt die Attraktivität
von anwendungsorientierter Psychotherapieforschung gerade für nicht-universitäre
Versorgungseinrichtungen. Die Zusammenarbeit ist für beide Seiten fruchtbar. Die Kliniken
erhalten moderne Instrumente für Diagnostik und Monitoring sowie Unterstützung in
deren Nutzung, während die FS Zugang zu umfangreichen Datensätze für die
Untersuchung wissenschaftlicher Fragestellungen erhält. Derzeit werden die Behandlungen
von ca. 1200 Patienten aus fünf Fachkliniken pro Jahr erfaßt, ein Monitoring
für weitere 1500-2000 Patienten ist für das kommende Jahr vereinbart. Solche
für das Fach ungewöhnlich großen Stichproben eröffnen neue
Perspektiven zur Untersuchung der Effektivität von (stationärer) Psychotherapie.
Erste Detailanalysen wurden im Berichtsjahr durchgeführt. Gleichzeitig wurden neue
technologische und konzeptuelle Entwicklungen gestartet.
Ähnlich positiv verlief die Entwicklung eines Ergebnismonitoringsystems für die
ambulante Psychotherapie, für das in einer Studie in Zusammenarbeit mit der Deutschen
Krankenversicherung die empirischen Gundlagen erarbeitet werden. Auf den beiden im Berichtsjahr
durchgeführten Studienforen erwies sich, daß Transparenz und Ergebnisorientierung
psychotherapeutischer Behandlungen nicht nur für die Krankenversicherungen von Interesse
sind, sondern auch bei Psychotherapeuten interessierte Neugier wecken.
Die internationale Zusammenarbeit in Qualitätsmanagement und Ergebnismonitoring wurde
weiter ausgebaut, trotz der nicht erfolgreichen Bewerbung um Fördermittel der EU. Die
FS ist Partner eines multizentrischen Projektes zur Implementierung eines
Qualitätsmonitoring-Systems für die Behandlung von Patienten mit Schizophrenie.
An dem von der französischen Regierung geförderten Projekt beteiligen sich acht
Kliniken. Mit dem Maudsley Hospital, London, an dem bisher eine eßstörungsspezifische
Variante des Stuttgart-Heidelberger Modells eingesetzt wurde, ist eine Adaptation für
das gesamte Klientel verabredet worden. Weitergeführt wurde die Kooperation mit der
Brigham Young University, Utah, zum Ergebnismonitoring.
Auch die Studien im Forschungsfeld "Versorgungsforschung" wurden erfolgreich
fortgeführt. Die bisherige gute Zusammenarbeit mit dem Bürgerhospital und dem
Marienhospital in Stuttgart bestätigt den Vorteil der regionalen Verankerung dieser
Projekte. Regional ausgerichtet werden die vorbereiteten neuen Studien zur
psychotherapeutischen Versorgung sein. Eine Kooperation zur Untersuchung der Gesundheit
von Berufspendlern, die aus der Region nach Stuttgart pendeln, wurde mit der Deutschen
Bahn AG verabredet. Für die longitudinale Verlaufsstudie zur postpartalen Depression
werden die in der epidemiologischen Querschnittsuntersuchung aufgebauten Beziehungen genutzt.
Die erfolgreiche Arbeit im Berichtsjahr und die positiven Erfahrungen in der Zusammenarbeit
mit lokalen, nationalen und internationalen Partnern stärken die Zuversicht für
die Forschungsaufgaben der kommenden Jahre. Insofern blicken die Mitarbeiter der FS mit
Optimismus und wissenschaftlicher Neugier ins neue Jahrtausend.
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